Eine Sorge, die viele Frauen haben, bevor sie eine Personal Colour Analysis (PCA) buchen: Was passiert eigentlich, wenn ich meine Season, also meinen Farbtyp, nicht mag? Eine absolut berechtigte Frage, die ich heute beantworten möchte.

Zur Beruhigung sage ich zuallererst: Sofern du nicht durch die Konditionierung durch Social Media und Co. komplett deinen Kompass verloren hast, verfügst du schon über eine gewisse Intuition. Du weißt wahrscheinlich grob, welche Art von Farben dir überhaupt nicht stehen. Es passiert daher sehr selten, dass du ein komplett gegensätzliches Ergebnis erhältst zu dem, was du erwartest hast. Nicht, dass das nie vorkommt, aber es ist selten.

Die allermeisten Frauen, die zu mir kommen, sind außerdem sehr offen und neugierig auf ihren Farbtypen. Dabei ist ihnen fast egal, welche Season rauskommt. Hauptsache, sie haben endlich einen Kompass, an dem sie sich orientieren können.

Ein ganz wichtiger Punkt, den ich wirklich betonen möchte: Es geht bei der Analyse NICHT darum, einfach Farben auszusuchen, die dir gefallen. Natürlich ist das oft ein schöner Nebeneffekt. Es kann sein, dass du die Farben sowieso magst.

Aber das eigentliche Ziel ist, dass uns dein Gesicht neben dieser Art von Farbe gefällt. Wir beobachten und analysieren also die EFFEKTE von verschiedenen Farben auf deiner Haut.

Während der Analyse schauen wir auf das Gesicht, nicht auf die Tücher. Die Tücher sind nur Messinstrumente. Es geht nicht um die Farbe an sich, sondern um den Effekt der Farbe auf dein Gesicht. Unser Fokus liegt nicht darauf, dass dir die Farben gefallen.

Es ist mir auch superwichtig, dass du die Effekte auf deinem Gesicht selbst siehst. Ich erkläre dir die Kriterien und optischen Effekte, auf die wir achten. Damit du nachvollziehen kannst und mit eigenen Augen gesehen hast, warum wir bei dieser oder jener Season gelandet sind.

Wenn dein neuer Farbtyp für dich eine (zu) große Umstellung bedeutet, stell dir zwei Fragen:

Sind es die Farben, die du nicht magst?

Oder magst du die Effekte nicht, die die Farben auf dein Gesicht haben? 

 

Wenn Ersteres der Fall ist und du dich an die Farben (noch) nicht rantraust, können dir folgende Tipps helfen:

 

Deine Farben sind dir “too much”

 

Vielleicht bist du eingeschüchtert von den kräftigen, saftigen, tropischen Farben des Bright Springs. Dann fange vielleicht mit Nagellack in Bright Spring an, nicht mit pinkfarbenem Lipgloss. Oder mit Flipflops statt einem Rollkragenpulli. Erst mal kleine Farbtupfer statt gleich ein großes Commitment. Eine Kundin von mir hat sich auch erst mal eine Zeitlang im True Spring eingegroovt, ist warm geworden  ( 😉 ) mit dem fröhlichen, sonnigen Vibe und ging erst nach einer mehrwöchigen Anpassungsphase in Richtung Bright Spring los.

Oder du bist ein Dark Autumn und bist jetzt leicht geschockt, dass dir recht dunkler Lippenstift empfohlen wird. Es ist es völlig okay, sich langsam ranzutasten. Kauf vielleicht erst mal einen Lippenstift vom Soft oder True Autumn, wenn Dark Autumn sich noch zu dramatisch anfühlt. Oder du trägst den Dark-Autumn-Lippenstift erst mal nur ganz leicht auf. Mit der Zeit wirst du mutiger.

Ich selbst bin ein Soft Summer, ein Farbtyp, mit dem viele Frauen liebäugeln. Sanfte, kühle Farben, nicht zu auffällig. 90 Prozent meiner Kundinnen haben Soft Summer oder Soft Autumn in ihrem Schminktäschchen. Der Gedanke beim Kauf war: ein ganz bisschen Farbe schon, aber eigentlich soll man es gar nicht sehen.

Tja, bei mir war’s andersrum. Ich war bereit für viel Farbe, wollte mich richtig austoben. Her mit dem Bright Spring! Und dann war ich doch ein bisschen enttäuscht, dass es “nur” Soft Summer geworden ist. Die Palette kam mir zuerst grau und leblos vor. Aber die Effekte im Spiegel konnte ich nicht leugnen. Diese Farben definieren mein Gesicht, konkurrieren aber nicht damit. Und mit der Zeit konnte ich mich mit der zarten Eleganz des Soft Summer identifizieren.

Fazit: Wenn du nicht von Anfang ein Gefühlsfeuerwerk erlebst, kannst du dich auch Schritt für Schritt und in deinem Tempo in deine Season verlieben. Es gibt keine Regeln, wie schnell du die Informationen umsetzen musst. Gib dir Zeit, du kommst trotzdem ans Ziel.

 

Du magst bestimmte Farben nicht

 

Du musst nicht alle Farben deiner Palette mögen und benutzen. Wenn du zum Beispiel kein Fan von Gelb bist, lässt du die Farbe einfach weg. Oder du bist ein Herbsttyp und kannst dich mit Brauntönen als neutrale Farben noch nicht anfreunden. Dann ist es völlig okay, sich nur auf bestimmte Teile der Palette zu konzentrieren. Es gibt mehr als genug andere Töne, mit denen du spielen kannst.

 

Auf Pinterest sehen die Frauen deines Typs anders aus als du, also bist du dir sicher, dass deine Season falsch sein muss

 

Oh je, ich verstehe. Du bist ein heller Dark Autumn oder ein blonder Winter (oder irgendeine andere unterrepräsentierte Kombination) und denkst jetzt, mit deinem Ergebnis stimmt was nicht. Die Frauen in den Pins sehen viel dunkler, kontrastreicher, kühler, wärmer, was auch immer aus.

Halt dich erst mal von Pinterest und Blogs fern. Das Internet ist in diesem Fall Fluch und Segen zugleich. Es gibt ein Übermaß an Informationen von manchmal selbsternannten Experten, die mehr verwirren als Klarheit bringen.

Man liest so viel über stereotype Farbtypen, vergleicht sich und ist verunsichert. Dabei vergisst man, dass es in jeder Season Ausnahmen vom „typischen“ Erscheinungsbild gibt. Es gibt blonde True Winter. Es gibt Light Springs mit dunkelbraunen Haaren. Es gibt dunkelblonde Dark Autumns.

Was alle Mitglieder einer Season eint, ist NICHT ihre Haar- oder Augen- oder Haarfarbe. Sondern sie eint, wie ihre Haut auf bestimmte Farben reagiert. Das ist das einzige Kriterium.

Erinnere dich an die Effekte, die du während deiner Personal Colour Analysis im Spiegel gesehen hast. Wenn du dir zum Beispiel als blonder Winter in Erinnerung rufst, wie fiebrig deine Augen in Sommerfarben aussahen, können noch so viele selbsternannte Internet-Experten behaupten, blond + kühl = Sommer. Du hast es gesehen.

Mein Tipp: Setz die Scheuklappen auf und blende die Stereotypen einfach aus. Bleib einfach bei dir und deiner Palette.

 

Die neuen Farben fühlen sich ungewohnt an

 

Es können auch emotionale Gründe eine Rolle spielen, dass du oder dein Umfeld erst mal abwartend oder ablehnend reagieren. Besonders wenn die Farbumstellung und die Distanz zu dem, wie du dich selbst bisher gesehen hast, groß ist.

Dein Farbtyp zwingt dich jetzt dazu, deine Außendarstellung der letzten Jahren auf den Prüfstand zu stellen. Das kann unangenehme Gefühle hervorrufen. Manche halten dann lieber erst mal am Alten fest, einfach weil es bekannt und bequem ist.

Gerade Ehemänner sagen dann: “Du sahst doch vorher auch toll aus! Muss das sein?” Es könnte zum Beispiel sein, dass du deine Haare seit 20 oder 30 Jahren blond färbst und dein Mann dich als Blondine kennengelernt und geheiratet hat. Klar, dass es sich für ihn unbequem und unnötig anfühlt, seine Komfortzone zu verlassen. Er möchte, dass alles so bleibt, wie er es kennt.

Außerdem war er nicht bei der Analyse dabei, hat nicht das Potenzial gesehen, das die neuen Farben in dir wachrufen. Natürlich sahst du auch vorher schön aus, das steht gar nicht zur Debatte. Aber die Synergie, die entsteht, die Magie, wenn du DEINE Farben trägst, ist noch mal exponentiell größer.

 

Wie sieht Schönheit aus?

 

Wir sind natürlich massiv von Zeitschriften-, Werbe- und Social-Media-Trends beeinflusst. Wir sehen jahrelang nichts anderes als Models mit Smoky Eyes, Nude Lips und Contouring-Balken an den Wangenknochen – und wir denken, so muss Schönheit aussehen.

Ich habe das auch lange gedacht. Mit der Beschäftigung mit Personal Colour Analysis habe ich aber gelernt, dass gerade wir nach Jahren der Dauerberieselung mit Schönheitsidealen erst mal wieder unseren Geschmack neu schulen dürfen.

Wir sind evolutionsbiologisch darauf gepolt, optische Schönheit mit Gesundheit und Durchsetzungskraft gleichzusetzen. Durchblutete Lippen und Wangen wirken jung und gesund. Also nix mit “nude lips”. Das Ziel ist optische Harmonie. Wenn die Augen viel stärker betont sind als die Lippen, ist ein Element viel stärker als das andere. Und das ist das Gegenteil von Harmonie. Wir streben ein visuelles Gleichgewicht an, bei dem kein Teil der Erscheinung mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als alle anderen.

 

Es vibt einfach nicht

 

Wenn dich aber auch nach Monaten intensiver Beschäftigung mit deinem Farbtyp das Gefühl nicht loslässt, dass die Effekte der Farben auf deinem Gesicht unvorteilhaft sind, dann melde dich bei mir und wir vereinbaren einen kostenlose Zweit-Termin für die Farbberatung.

Bringe dazu deinen Farbfächer und einige Sachen mit, die du gekauft hast (z.B. Nagellack, T-Shirt, etc). Ich möchte sichergehen, dass du die richtigen Farben ausgewählt hast und dein Unbehagen nicht auf falschen Farben beruht.

Manchmal kommt die gleiche Season heraus. Dann ist es hilfreich, wenn du die Effekte und den ganzen Prozess noch mal siehst und dein Blick auf die Farben aufgefrischt wird. Manchmal kommt aber auch eine andere Season heraus als beim ersten Mal. Das ist sehr selten und natürlich nicht erfreulich. Aber auch wir Colour Analysts sind nur Menschen 😉

 

Die Kurzantwort lautet also (TLDR;)

Sei offen und gib dir Zeit, dich an das Neue zu gewöhnen. Kauf erst mal etwas Günstiges in einer deiner neuen Farben, zum Beispiel ein Tuch oder einen Nagellack. Vielleicht wirst du auch im Second-Hand-Laden fündig. Spüre in dich hinein, wie es sich anfühlt. Sich an Neues zu gewöhnen, dauert immer eine gewisse Zeit.

Und trage das, worin du dich wohlfühlst. Das Wichtigste überhaupt ist, dass du dich wunderschön fühlst und dein Strahlen in die Welt tragen möchtest.

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